Wissenswertes von Honigschmid
Asiatische Hornisse erkennen: Was Familien und Gartenbesitzer in Baden-Württemberg wissen sollten
Dieser Beitrag ordnet das Thema aus Sicht einer Schwarzwälder Familienimkerei ein und basiert auf aktuellen Informationen aus Baden-Württemberg sowie von zuständigen Fachstellen.
Die Asiatische Hornisse ist in Baden-Württemberg angekommen. Für uns als Familienimkerei aus dem Schwarzwald ist sie ein ernstes Thema, weil sie Honigbienen jagt und Bienenvölker im Spätsommer und Herbst stark unter Druck setzen kann. Gleichzeitig ist sie kein reines Imkerproblem. Sie betrifft auch Familien, Gartenbesitzer, Schulen, Kindergärten, Kommunen, Forstbetriebe und alle, die draußen arbeiten oder viel Zeit im Garten verbringen.
Eine einzelne Asiatische Hornisse im Garten ist nicht automatisch ein Notfall. Die Tiere greifen Menschen normalerweise nicht grundlos an. Gefährlich werden kann es aber, wenn ein Nest in der Nähe von Kindern, Wegen, Terrassen, Spielbereichen, Hecken, Gebäuden oder Arbeitsplätzen liegt und versehentlich gestört wird.
Deshalb soll dieser Beitrag nicht Angst machen. Er soll helfen, die Asiatische Hornisse zu erkennen, richtig zu reagieren und die wirklich riskanten Situationen ernst zu nehmen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Einzelne Asiatische Hornissen sind meist kein Notfall.
- Bei einer Sichtung: Abstand halten, Foto machen, Fundort und Datum notieren.
- In Baden-Württemberg sollen Sichtungen und Nester über die LUBW-Meldeplattform oder die App „Meine Umwelt“ gemeldet werden.
- Ein Nest niemals selbst entfernen, besprühen, verschließen, anzünden oder mit Wasser behandeln.
- Nester an Spielbereichen, Schulen, Kindergärten, Hauseingängen, Terrassen oder Arbeitsplätzen sind besonders ernst zu nehmen.
- Von unselektiven Fallen wird in Baden-Württemberg ausdrücklich abgeraten, weil sie auch andere Insekten fangen können und nicht ausreichend selektiv sind.
- In bereits besiedelten Gebieten geht es vor allem um sinnvolles Management, nicht um eine realistische vollständige Ausrottung.
Was ist die Asiatische Hornisse?
Mit der Asiatischen Hornisse ist in Deutschland in der Regel die Gelbfüßige Asiatische Hornisse gemeint, wissenschaftlich Vespa velutina nigrithorax. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde nach Europa eingeschleppt. In Deutschland wurde sie 2014 erstmals nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich weiter aus.
Sie darf nicht mit der deutlich größeren Asiatischen Riesenhornisse verwechselt werden. Diese ist bei uns nicht das normale Thema. Die Asiatische Hornisse, um die es hier geht, ist meist etwas kleiner als unsere heimische Europäische Hornisse, wirkt aber dunkler.
Wie erkennt man die Asiatische Hornisse?
Typische Merkmale sind:
- überwiegend dunkler, fast schwarzer Körper
- schwarzer Brustabschnitt
- dunkler Hinterleib mit einem auffälligen orange-gelben Band
- gelbe Beinenden
- orange gefärbter Kopf von vorne
- Arbeiterinnen etwa 17 bis 24 Millimeter groß
- Königinnen bis etwa 30 Millimeter groß
Für eine Meldung ist ein Foto besonders wichtig. Viele große Insekten werden verwechselt: Europäische Hornissen, Wespen, Schwebfliegen, Holzwespen oder große Wildbienen können auf den ersten Blick ähnlich wirken.
Asiatische oder Europäische Hornisse?
Die Europäische Hornisse ist heimisch, geschützt und ein wichtiger Teil unserer Natur. Sie darf nicht vorschnell mit der Asiatischen Hornisse verwechselt werden.
| Merkmal | Asiatische Hornisse | Europäische Hornisse |
|---|---|---|
| Gesamteindruck | dunkel, fast schwarz | heller, kräftiger gelb-schwarz |
| Brustabschnitt | schwarz | rotbraun |
| Hinterleib | dunkel mit orange-gelbem Band | überwiegend gelb mit schwarzer Zeichnung |
| Beine | dunkel mit gelben Enden | eher rotbraun |
| Kopf von vorne | orange | gelblich bis rotbraun |
| Einordnung | invasive Art, Sichtungen melden | heimische geschützte Art |
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil falsche Bekämpfung heimische Arten schädigen kann.
Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg hat sich die Asiatische Hornisse in den letzten Jahren deutlich ausgebreitet. Das Land bittet weiterhin darum, Tiere und Nester zu melden. Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums wurden 2025 knapp 3300 Nester gemeldet, mehr als doppelt so viele wie 2024. Von einer weiteren Ausbreitung wird ausgegangen.
Seit März 2025 wird die Asiatische Hornisse in Deutschland offiziell als weit verbreitet behandelt. Damit geht es in etablierten Gebieten nicht mehr um eine realistische vollständige Ausrottung, sondern um Management: beobachten, melden, gefährliche Nester priorisieren, betroffene Bereiche schützen und Schäden begrenzen.
Für Baden-Württemberg bedeutet das praktisch: Sichtungen bleiben wichtig, aber nicht jede Beobachtung ist automatisch ein Notfall. Entscheidend ist, wo das Tier oder Nest gefunden wurde und ob Menschen, Tiere, Bienenvölker oder Arbeitsbereiche konkret betroffen sind.
Warum ist sie für Imkereien ein Problem?
Die Asiatische Hornisse jagt verschiedene Insekten. Dazu gehören Fliegen, Wespen, Wildbienen, Hummeln und auch Honigbienen. Für Imkereien wird sie besonders dann problematisch, wenn mehrere Hornissen regelmäßig vor den Fluglöchern der Bienenvölker jagen.
Dabei fangen sie heimkehrende Bienen im Flug. Noch schwerer wiegt oft ein anderer Effekt: Die Bienen trauen sich bei starkem Jagddruck weniger aus dem Stock. Dadurch kommt weniger Pollen und Nektar ins Volk. Das kann sich auf Brut, Versorgung, Winterbienen und Einwinterungsstärke auswirken.
Für einen Bienenstand ist also nicht nur entscheidend, wie viele Bienen direkt gefangen werden. Entscheidend ist auch, ob der normale Flugbetrieb zusammenbricht. Genau deshalb beobachten Imker die Situation am Flugloch sehr genau.
Für Imkereien im Schwarzwald bedeutet das vor allem, Fluglöcher im Spätsommer aufmerksam zu beobachten, Jagddruck ernst zu nehmen und Sichtungen früh zu dokumentieren.
Warum ist das auch ein Thema für Familien?
Für Familien ist die wichtigste Frage nicht, ob eine einzelne Hornisse irgendwo am Fallobst sitzt. Viel wichtiger ist die Frage: Gibt es ein Nest in einem Bereich, in dem Kinder, Erwachsene oder Haustiere regelmäßig unterwegs sind?
Problematisch können Nester zum Beispiel hier sein:
- in Gartenhütten, Schuppen oder Carports
- unter Dachvorsprüngen
- in Rollladenkästen
- in Hecken und Sträuchern
- an Terrassen und Hauseingängen
- in Bäumen über Spielbereichen
- an Schulen, Kindergärten und Spielplätzen
- in Parks, Friedhöfen, Sportanlagen oder Schwimmbädern
- in Bereichen, in denen Hecken geschnitten oder Bäume gefällt werden
Die Gefahr entsteht vor allem in Nestnähe. Wird ein Nest erschüttert, angeschnitten, mit Wasser bespritzt, beim Heckenschnitt getroffen oder bei Garten- und Forstarbeiten gestört, können viele Tiere gleichzeitig verteidigen. Dann ist die Situation nicht mehr mit einer einzelnen Hornisse am Obstbaum vergleichbar.
Für Kinder ist das besonders relevant, weil sie Nester oft nicht erkennen, neugierig näher herangehen oder in Hecken, Spielhäusern und Gartenecken spielen. Deshalb sollten Familien bei ungewöhnlich vielen Hornissen an einer Stelle aufmerksam werden.
Asiatische Hornisse im Garten: Was tun?
Wenn Sie eine einzelne Asiatische Hornisse im Garten sehen, gilt:
- ruhig bleiben
- Abstand halten
- nicht nach ihr schlagen
- wenn möglich ein scharfes Foto machen
- Fundort und Datum notieren
- Sichtung melden
Einzeltieren sollte man nicht hinterherjagen. Auch das Aufstellen von Fallen ist keine gute Lösung. Handelsübliche oder selbst gebaute Fangfallen fangen häufig auch andere Insekten, darunter heimische Wespen, Honigbienen und die geschützte Europäische Hornisse.
Was tun bei einem Nest im Garten?
Ein Nest sollte niemals selbst entfernt werden. Auch dann nicht, wenn es erreichbar aussieht.
Bitte nicht:
- mit Wasser abspritzen
- anzünden
- mit Spray behandeln
- das Einflugloch verschließen
- mit Stöcken, Werkzeug oder Steinen daran gehen
- Kinder oder Haustiere in die Nähe lassen
- aus Neugier direkt unter das Nest treten
Sinnvoll ist:
- Abstand halten
- den Bereich sichern
- Kinder fernhalten
- Foto oder Video aus sicherer Entfernung machen
- Fundort genau notieren
- Sichtung oder Nest melden
- bei einem Nest in stark genutzten Bereichen fachlich prüfen lassen
Besonders ernst zu nehmen sind Nester in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, Hauseingängen, Terrassen, öffentlichen Wegen oder Arbeitsbereichen. Dort geht es nicht um allgemeine Panik, sondern um konkrete Gefahrenvermeidung.
Wie sieht ein Nest der Asiatischen Hornisse aus?
Die Asiatische Hornisse baut im Jahresverlauf oft zwei Nesttypen.
Im Frühjahr beginnt die Königin mit einem kleinen Gründungsnest. Es kann etwa handballengroß sein und hängt häufig geschützt: in Schuppen, Gartenhütten, Carports, unter Dachvorsprüngen, in Sträuchern oder Gebäudenischen.
Im Sommer entsteht häufig ein größeres Sekundärnest. Dieses hängt oft hoch in Bäumen, teilweise mehr als zehn Meter über dem Boden. Es kann bis etwa einen Meter groß werden. Bei ausgewachsenen Nestern liegt das Einflugloch meist seitlich.
Gerade hoch in belaubten Baumkronen sind solche Nester schwer zu erkennen. Das macht sie bei Baumfällungen, Heckenschnitt und Landschaftspflege besonders riskant.
Wo meldet man die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg?
In Baden-Württemberg sollen Sichtungen und Nester über die LUBW-Meldeplattform oder über die App „Meine Umwelt“ gemeldet werden.
Hilfreich für die Meldung sind:
- genauer Fundort
- Datum und möglichst Uhrzeit
- Foto oder Video
- Hinweis, ob es sich um ein Einzeltier, Jagd am Bienenstand oder ein Nest handelt
- Kontaktdaten für Rückfragen, wenn möglich
Ohne Foto ist eine sichere Prüfung oft nicht möglich, weil es viele Verwechslungen mit heimischen Arten gibt.
Was gilt in anderen Bundesländern?
Auch außerhalb Baden-Württembergs gilt: Eine vermutete Asiatische Hornisse oder ein Nest sollte mit Foto oder Video und möglichst genauem Fundort gemeldet werden. Die zuständigen Stellen unterscheiden sich je nach Bundesland. Häufig sind die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise oder kreisfreien Städte zuständig; in mehreren Bundesländern gibt es eigene Meldeplattformen.
Für Leser außerhalb Baden-Württembergs ist deshalb wichtig: Nicht die LUBW-Meldeplattform für Funde aus anderen Bundesländern nutzen, sondern die zuständige Meldestelle des eigenen Bundeslandes oder die örtliche Naturschutzbehörde. Bei einem Nest an Schule, Kindergarten, Spielplatz, Hauseingang, Terrasse oder einem stark genutzten öffentlichen Bereich sollte zusätzlich die örtlich zuständige Stelle für Gefahrenabwehr oder die Kommune informiert werden.
Warum nicht einfach jedes Nest suchen?
Das klingt zunächst naheliegend: Wenn die Asiatische Hornisse ein Problem ist, müsste man doch alle Nester suchen und entfernen. In der Praxis ist das aber nicht so einfach.
Die Art ist in vielen Regionen bereits etabliert. Ein großes Nest kann viele Jungköniginnen hervorbringen. Selbst wenn viele Nester oder Königinnen gefunden werden, reicht ein kleiner verbleibender Teil aus, damit im nächsten Jahr wieder neue Nester entstehen. Zusätzlich können Jungköniginnen aus Nachbargebieten einwandern.
Deshalb ist es in einem bereits besiedelten Gebiet oft nicht sinnvoll, wochenlang jedes mögliche Nest in Wald und Landschaft zu suchen, wenn dort keine direkte Gefahr besteht. Diese Zeit und Energie wird an anderer Stelle dringender gebraucht.
Sinnvoller ist eine klare Priorität:
- Nester melden und erfassen.
- Gefährliche Nester an Wohnhäusern, Gärten, Schulen, Spielplätzen und Arbeitsbereichen vorrangig bearbeiten.
- Imkereien und betroffene Betriebe praktisch schützen.
- Kommunen, Gartenbesitzer, Forst, Baumpflege und Landschaftspflege schulen.
- Keine unselektiven Fallen einsetzen.
Das bedeutet nicht, dass Nester egal sind. Es bedeutet: Die wichtigsten Nester sind die, die Menschen gefährden, Bienenvölker stark belasten oder an neuen Ausbreitungsfronten liegen.
Was können Gartenbesitzer im Alltag tun?
Im Garten hilft vor allem Aufmerksamkeit. Wer im Frühjahr kleine papierartige Nester in Schuppen, Gartenhäusern, unter Vordächern oder in Hecken entdeckt, sollte sie fotografieren und melden. Im Sommer und Herbst können größere Nester hoch in Bäumen hängen und im Laub schwer zu erkennen sein.
Vor Heckenschnitt, Arbeiten am Dach, in Schuppen oder an wenig genutzten Gartenecken lohnt sich ein kurzer Blick:
- fliegen auffällig viele Hornissen an eine Stelle?
- verschwinden sie immer wieder in einer Hecke, Spalte oder einem Hohlraum?
- hängt ein rundliches, papierartiges Nest in der Nähe?
- gibt es seitlich am Nest Flugverkehr?
Wenn ja: Arbeit abbrechen, Abstand halten und die Stelle melden. Gerade Motorsägen, Freischneider, Heckenscheren und Erschütterungen können ein Nest stark reizen.
Unsere Einordnung als Imkerei
Für uns als Familienimkerei gehört die Asiatische Hornisse inzwischen zu den neuen Aufgaben im Bienenjahr. Wir beobachten unsere Völker, achten auf Jagddruck am Flugloch und versuchen, unsere Bienen so gut wie möglich zu schützen.
Gleichzeitig halten wir es für wichtig, die Verantwortung nicht allein auf Imker abzuwälzen. Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art, die auch den öffentlichen Raum, private Grundstücke, Kindergärten, Schulen, Bauhöfe, Forstbetriebe, Baumpflege, Landschaftspflege und Gartenbesitzer betrifft.
Der richtige Umgang besteht nicht aus Angst und nicht aus Aktionismus. Er besteht aus Wissen, Aufmerksamkeit und klaren Prioritäten:
Erkennen. Abstand halten. Melden. Gefährliche Nester fachgerecht beurteilen lassen. Und dort, wo die Art dauerhaft vorkommt, lernen, mit ihr verantwortungsvoll umzugehen.
Mehr von Honigschmid
Wenn Sie mehr über unsere Familienimkerei aus Fischerbach erfahren möchten, finden Sie auf unserer Über-uns-Seite weitere Einblicke. In unserem Shop zeigen wir außerdem unsere Honigsorten aus dem Schwarzwald aus eigener Imkerei.
Kurz zusammengefasst
- Einzelne Asiatische Hornissen sind meist kein Notfall.
- Nester in der Nähe von Kindern, Wegen, Terrassen, Schulen oder Arbeitsbereichen sind ernst zu nehmen.
- Die Asiatische Hornisse ist dunkler als die heimische Europäische Hornisse und hat gelbe Beinenden.
- Sichtungen sollten mit Foto und genauem Fundort gemeldet werden.
- Nester niemals selbst entfernen.
- Von unselektiven Fallen ist abzuraten, weil sie auch andere Insekten mitfangen können.
- In etablierten Gebieten geht es vor allem um sinnvolles Management, nicht um unrealistische vollständige Ausrottung.
- Für Imkereien ist der Schutz der Bienenvölker wichtig, besonders bei Jagddruck im Spätsommer und Herbst.
FAQ
Ist die Asiatische Hornisse für Kinder gefährlich?
Eine einzelne Hornisse ist normalerweise nicht grundlos aggressiv. Gefährlich kann es werden, wenn Kinder einem Nest zu nahe kommen oder ein Nest beim Spielen, Schneiden von Hecken oder Bewegen von Gegenständen gestört wird. Deshalb sollten verdächtige Nester in Familiengärten, Spielbereichen, Schulen und Kindergärten ernst genommen und gemeldet werden.
Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?
Sie wirkt insgesamt dunkel. Typisch sind ein schwarzer Brustabschnitt, ein dunkler Hinterleib mit orange-gelbem Band, gelbe Beinenden und ein orange gefärbter Kopf von vorne. Ein Foto hilft, Verwechslungen mit der heimischen Europäischen Hornisse oder anderen Insekten zu vermeiden.
Wo meldet man die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg?
In Baden-Württemberg sollen Sichtungen und Nester über die LUBW-Meldeplattform oder über die App „Meine Umwelt“ gemeldet werden. Ein Foto oder Video, der genaue Fundort und das Funddatum sind wichtig, damit die Meldung geprüft werden kann.
Wo meldet man die Asiatische Hornisse in anderen Bundesländern?
Außerhalb Baden-Württemberg sollten Sichtungen und Nester an die zuständige Meldestelle des jeweiligen Bundeslandes oder an die örtliche Naturschutzbehörde gemeldet werden. Wichtig sind auch dort ein Foto oder Video, der genaue Fundort und das Funddatum.
Ist die Asiatische Hornisse meldepflichtig?
In Baden-Württemberg sollen Sichtungen und Nester gemeldet werden, damit die Ausbreitung erfasst und Nester fachlich beurteilt werden können. In anderen Bundesländern gelten die dortigen Meldewege und zuständigen Behörden.
Wie sieht ein Nest der Asiatischen Hornisse aus?
Im Frühjahr ist das Gründungsnest oft noch klein und hängt geschützt an Gebäuden, in Schuppen, unter Vorsprüngen oder in Sträuchern. Im Sommer kann ein größeres Sekundärnest entstehen, häufig hoch in Bäumen. Ausgewachsene Nester können bis etwa einen Meter groß werden und haben meist ein seitliches Einflugloch.
Darf ich eine Falle gegen die Asiatische Hornisse aufstellen?
Von unselektiven Fallen wird in Baden-Württemberg ausdrücklich abgeraten, weil sie nicht nur Asiatische Hornissen, sondern auch andere Insekten fangen können und nicht ausreichend selektiv sind.
Was mache ich bei einem Nest im Garten?
Abstand halten, Kinder und Haustiere fernhalten, nicht selbst entfernen und den Fund melden. Bei einem Nest in direkter Nähe zu Terrasse, Hauseingang, Spielbereich oder öffentlichen Wegen sollte die Situation fachlich geprüft werden.
Warum ist die Asiatische Hornisse für Bienen problematisch?
Sie jagt Honigbienen und kann vor dem Flugloch starken Druck erzeugen. Dadurch werden nicht nur einzelne Bienen gefangen. Bei starkem Druck fliegen die Bienen weniger aus, bringen weniger Pollen und Nektar ein und das Volk kann geschwächt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- LUBW Baden-Württemberg: Asiatische Hornisse, Erkennungsmerkmale, Neststandorte und Meldeplattform.
- Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Pressemitteilung vom 16.04.2026: Königinnen und Nester melden, knapp 3300 gemeldete Nester im Jahr 2025, Fallen nicht einsetzen.
- Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim: Meldeplattform, Kontaktdaten und Liste sachkundiger Nestentferner, Stand 28.07.2026.
- Umweltbundesamt: Häufig gestellte Fragen zur Asiatischen Hornisse, zuletzt aktualisiert am 20.03.2026.
- Bundesamt für Naturschutz: Managementmaßnahmen nach Art. 19 für weit verbreitete Arten der Unionsliste, Vespa velutina nigrithorax, Version 2025.03.
- Deutscher Bundestag, hib-Meldung vom 08.07.2026: Einstufung als „weit verbreitet“ im März 2025 und Zuständigkeit der Länder beim Management.
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